Montag, 22.10.2018

 

Zum Forum "Gemeinsam statt allein"

+++ AKTUELL +++

Abschied von TYPO3

21. Oktober 2018: Anfang 2009 erneuerte Marco das Gesicht von SuH zu dem heutigen. Das ist nun über 9 Jahre her. Es gab viel Trubel und viele Neuerungen in den vergangenen Jahren. Es kam ein Forum zu unserer Plattform hinzu, dass mittlerweile viel stärker frequentiert ist als SuH selbst, es wurden (bisher jeweils sehr erfolgreich) Workshops zur Information und Entstigmatisierung für FSJler*innen und andere Menschen, die sich zu Diversity-Themen weiterbilden ließen, veranstaltet und wir werden uns bald aus der Schirmherrschaft des Regenbogenwald e.V. auskoppeln mit unserem eigenen Verein.

Nun steht dieser Tage eine weitere Neuerung an: wir verabschieden uns von unserem alten Content Management System TYPO3 und werden in den folgenden Wochen und Monaten SuH komplett neu aufbauen. Dazu wird zunächst der aktuelle Stand der Webseite konserviert. Somit ist dies hier voraussichtlich vorerst die letzte Meldung, die hier erscheinen wird. Irgendwie werde ich das Interface hier vermissen. Alles weitere erscheint dann erst auf der neugestalteten Seite. Wir werden dabei an der Übersichtlichkeit arbeiten und viele Texte sollen runderneuert werden. Aber keine Sorge, auch der jetzige Stand der Webseite soll als Archiv dauerhaft erhalten und zugänglich bleiben.

Insofern ist ein Ende auch immer ein neuer Anfang.

Alle Veränderungen, sogar die Meistersehnten, haben ihre Melancholie.
Denn was wir hinter uns lassen, ist ein Teil unserer selbst.

Anatole France

 

Serverarbeiten kommen, Downzeiten sind möglich

17. Oktober 2018: Es sind in den nächsten Tagen Arbeiten und Umstellungen an den Servern von SuH, Shadows Project und dem Regenbogenwald geplant. Bis zum 23.-24.10.2018 sollten diese Arbeiten abgeschlossen sein. In diesem Zeitraum kann es sein, dass unsere Seiten zeitweise nicht erreichbar sind. Das Forum sollte jedoch – soweit jetzt absehbar – davon nicht betroffen sein.

Auch die Mailserver werden umziehen, das heißt es ist möglich, dass der Mailverkehr mit uns teilweise eingeschränkt sein wird. Es können E-Mails verzögert ankommen oder verloren gehen. In dringenden Fällen oder falls Ihre Mails nicht anzukommen scheinen bitte alternativ an suh.mailbox(at)gmail.com schreiben und uns benachrichtigen.

 

Badische Zeitung über Pädophilie – Leben mit Geheimnis

27. August 2018: Am Samstag (25.8.2018) veröffentlichte die Badische Zeitung online und in der gedruckten Ausgabe einen Artikel über Max aus unserem Team. Der Artikel ist Teil einer Serie zum Thema „Geheimnisse“ und trägt in der Printversion den Titel „Verbotene Gefühle“ und online „Wie ein Mann mit therapeutischer Hilfe seine Pädophilie bewältigt“. Der Artikel konzentriert sich auf die Geschichte von Max und wie sich das Geheimnis um seine Neigung auf sein leben auswirkt. Seine Therapie bei Kein Täter werden wird angeschnitten und ein paar Hintergrunddaten liefert Jens Wagner, der auch betont, dass Pädophilie ohne Leidensdruck oder Fremdgefährdung nicht krankheitswertig ist.

 

Toller Beitrag auf h1

1. Juli 2018: Am 29.06.18 ist auf h1 ein sehr guter Fernsehbeitrag gelaufen. Es werden darin die Themen Coming-out, Coming-in, die Wichtigkeit eines gesunden Umganges mit der Veranlagung Pädophilie, die Wichtigkeit des sozialen Umfeldes, sowie das Thema der problembewussten Selbsthilfe unaufgeregt, sachlich und informativ angegangen. Wir finden, wenn ein Medienverantwortlicher sich darüber einen Überblick verschaffen will, wie man einen sehr guten, respektvollen Beitrag zu diesem Thema produzieren kann, sollte er sich diesen Beitrag anschauen und sich mit Nathalie Schwertner unterhalten. Auch „Tim“ danken wir sehr für diese gute Arbeit. Hier geht’s zum Video. Und hier der Link zur Mediathek von h1.

 

Lynchjustiz in Bremen nach RTL-Beitrag

15. Juni 2018: Wir, das Team der Webseite Schicksal und Herausforderung möchten dem Opfer der Lynchmob-Attacke in Bremen unser tiefstes Mitgefühl aussprechen und von Herzen schnellst- und bestmögliche körperliche sowie seelische Gesundung wünschen.

Zur Vorgeschichte: Am Dienstag (12.06.2018) sendete RTL im Format Punkt 12 einen Beitrag von Thorsten Sleegers in Zusammenarbeit mit Beate Krafft-Schöning. Darin schildern sie, wie sie sich auf Gutefrage.net als 13-jährige Mädchen vorstellen und sofort zig eindeutig sexuelle Nachrichten und Anfragen bekommen, etwa auf Whatsapp zu kommunizieren. Es würden Penisbilder verschickt und die Nutzerprofile mit Massen an eindeutigen Schlagworten versehen. Alles um an Nacktbilder der Kinder zu kommen oder gar Treffen für sexuelle Übergriffe anzubahnen.

Diese Praxis ist schlimm und gefährdet Kinder massiv. Sie muss aufhören und hart verfolgt werden. Ja. Absolut. Doch es stellt sich die dringende Frage, ob der Umgang von RTL mit diesem Thema grundsätzlich angemessen und richtig ist:

1. Der „Stil“ der Sendung war an sich wieder sehr reißerisch.

2. Zudem war es aus unserer Sicht verantwortungslos, die Mutter von Melissa offen vor die Kamera zu setzen und so auch Melissa im Bekanntenkreis als Grooming-Opfer zu outen: Ein Mädchen, das im Zusammenhang mit der Situation schon mit Suizid gedroht hatte!! Auch wenn die Mutter auf Schutzmaßnahmen hätte bestehen können und müssen – und auch falls Melissa selbst der Ausstrahlung zugestimmt haben sollte – liegt die Hauptverantwortung für den Schutz der Protagonisten dann doch beim Sender. Eine Verantwortung, der RTL hier ganz klar nicht gerecht geworden ist.

3. Darüber hinaus hat RTL noch immer nicht verstanden, bzw.es ist diesem Sender und seinen Mitarbeitern egal, dass potentielle Täter, die auf das Körperschema 13-jähriger Mädchen anspringen eben eher nicht Pädophile, sondern Hebephile oder Ersatzhandlungstäter sind, oder Männer, die sich was darauf einbilden, die ersten gewesen zu sein. Auch die Brutalität der konkreten Nachrichten, die in der Sendung gezeigt wurden, lässt eher nicht auf Neigungstäter schließen. Somit ist die Bezeichnung „Pädophile“ in diesem Kontext völlig falsch, irreführend und desinformierend.

4. Nicht zuletzt wurde jetzt auch noch bekannt, dass sogar der Mann, welcher vor dem Einkaufszentrum als vermutlicher Täter gefilmt worden war, unschuldig ist. (Laut Spiegel Online)

Zusätzlich zu diesen Problemen ging diesmal die Strategie von RTL und Krafft-Schöning dann auch noch nach hinten los: Sie fingierten ein Treffen mit einem schriftlich schon besonders übergriffigen Mann. Aus den Chatprotokollen geht hervor, dass er das Mädchen brutal missbrauchen wollte. Der Mann tauchte, aus damaliger Sicht, auch auf, aber entkam der Ansprache durch das Team, welches jedoch ungefähr mitbekam wo er wohnte. Er selbst wurde im Beitrag angemessen unkenntlich gemacht, allerdings seine angebliche Wohngegend nicht genügend. Da hört die Geschichte von RTL auf. Sie würden die Daten an die Polizei weiterleiten damit dem wahren Täter das Handwerk gelegt werden könne.

Für eine Gruppe Zuschauer war es jedoch nicht zu Ende. Sie meinten den Mann erkannt zu haben, fuhren hin, drangen zu mehreren in seine Wohnung ein und schlugen ihn halb tot. Diese Selbstjustiz ist an sich schon schlimm genug – doch zudem waren die Täter auch noch im falschen Haus. Sie haben laut aktuellen Meldungen von Polizei und Staatsanwaltschaft einen völlig unschuldigen Menschen lebensgefährlich verletzt. Einfach so!

Neben dem Schutz der Kinder vor sexualisierter Gewalt ist die Entstigmatisierung der sexuellen Veranlagung Pädophilie Ziel unserer Öffentlichkeitsarbeit. Beides kann und muss unserer Meinung nach Hand in Hand gehen. Es geht uns um die dringend notwendige Versachlichung der Debatte, weg von Polemisierung und Emotionalisierung hin zu sachlicher Information und einem angemessenen Umgang mit allen Betroffenen. Und somit natürlich auch um die Verhinderung derartiger Tragödien.

Dieser Vorfall macht leider einmal mehr deutlich, warum wir unter Pseudonymen arbeiten und warum Entstigmatisierung so essentiell wichtig ist: Dieser Themenkomplex ist maximal negativ emotional aufgeladen. Und es gibt immer wieder Menschen, denen es eher nicht um Kinderschutz und Prävention geht, sondern einfach nur um Selbstdarstellung oder das Kanalisieren von eigenen Minderwertigkeitskomplexen, Aggressionen und zum Teil irrationalen Ängsten. Am Ende werden so sogar Menschenleben gefährdet und der Prävention (und somit den Kindern!) ein Bärendienst erwiesen.

Die Strafverfolgung ist oft langsam und für viele unbefriedigend. Es geht in einem Rechtsstaat oftmals nicht um Gerechtigkeit, sondern nur um Recht. Unser Rechtsstaat ist mit Sicherheit alles andere als perfekt und jeder Bürger steht in der Verantwortung diesen Staat besser zu machen. Doch er ist bis dato das Beste was wir haben! Die Gewalttäter meinten das Recht in die eigenen Hände nehmen zu dürfen und haben sich nun selbst außerhalb eben dieses Rechtes gestellt und sehen nun selbst hoffentlich einer gerechten Bestrafung entgegen.

Sie haben den besten Beleg dafür geliefert, warum Selbstjustiz zu Recht verboten und das Gewaltmonopol des Staates, des Rechtsstaates, wichtig und richtig ist. Am Ende kennt dieses Drama nur Verlierer.

Bleibt die Hoffnung, dass alle aus dieser Tragödie gelernt haben. Nicht zuletzt vielleicht sogar solche Sender wie RTL oder Sat1. Wenn sie endlich gelernt haben sollten, welche Folgen es haben kann, immer nur die Quote zu sehen, anstatt auf Sachlichkeit zu setzen und wenn sie ihr zukünftiges Wirken an ihrer Verantwortung ausrichten, dann hätte dieses Trauerspiel ja vielleicht doch noch einen Sinn.

Auch Melissa wünschen wir an dieser Stelle herzlichst alles Gute und dass am Ende nur ein lehrreicher Schrecken übrig bleiben möge.

 

KTW-„Chat“ heute Abend

13. Juni 2018: Heute ab 18:00 Uhr findet im öffentlichen Bereich unseres Forums der angekündigte Expertenchat mit Vertretern des Projektes aus der Netzwerkzentrale in Berlin statt. Eure Fragen werden beantworten: der Pressesprecher des Präventionsnetzwerks Jens Wagner, der Arzt und Therapeut Hannes Gieseler sowie Psychologe und Therapeut Hannes Ulrich. Es ist schon alles vorbereitet: Im Forum „Expertenchat KTW 2018“ werden eure Fragen gesammelt. Es wird ab 18:00 für registrierte Nutzer und Gäste geöffnet. Dort ist bereits ein Einführungsthread zu finden, der den Ablauf erklärt und in dem während des Chats aktuelle Ankündigungen zu lesen sein werden. Weiter haben wir uns aufgrund der Erfahrungen und Kritik aus dem letzten Jahr entschieden, der Transparenz zuliebe auch abgelehnte Fragen zu veröffentlichen. Sie werden hier zu finden sein, jeweils mit einer Begründung für die Ablehnung.

Wir hoffen auf rege Beteiligung und freuen uns auf eure Fragen.

 

Rabiat „Unter Pädophilen“ beim ARD und bei Youtube

12. Juni 2018: Die Sendung ist gestern Abend gelaufen und nachzusehen bei Youtube unter https://youtu.be/vogs4NzqI3Q und in der ARD Mediathek unter http://mediathek.daserste.de/Rabiat/Unter-P%C3%A4dophilen/Video?bcastId=51925442&documentId=53057874 (Verfügbar bis 11.06.2019).

 

Rabiat „Unter Pädophilen“ beim ARD

5. Juni 2018: Manuel Möglich, der vor mehreren Jahren für Wild Germany ein Stück über Pädophilie produziert hatte, hat sich in den vergangenen Monaten mit uns und anderen in Verbindung gesetzt um einen neuen Beitrag darüber zu machen. Das Ergebnis hat nun bereits einen Titel, einen Sendetermin und wird in der ARD in der neuen Reihe „Rabiat“ laufen: „Unter Pädophilen“, Montag 11.06.2018 um 22:45, Ankündigung unter https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/rabiat/sendung/unter-paedophilen-folge-6-100.html. Wie uns mitgeteilt wurde soll es die Doku am Sonntag, den 10.06.2018, ab 17:00 Uhr bereits auf YouTube beim Kanal "Y-Kollektiv" zu sehen geben. Dabei waren einige uns bekannte Pädos sowie ein Mitglied unseres Forenteams.

(Nein, der Max in dieser Sendung ist nicht Max Weber aus dem Team von SuH.)

Nachtrag: Hier ist ein Trailer: http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/rabiat/videos/vorschau-auf-unter-paedophilen-folge-6-video-100.html  

 

Chat mit Kein Täter werden Mitte Juni / Prevention Podcast

1. Juni 2018: Es ist bald wieder soweit: Unser Forenteam hat gemeinsam mit Vertretern von Kein Täter werden aus der Netzwerkzentrale in Berlin einen erneuten Expertenchat organisiert. Drei Mitarbeiter des Standortes Berlin werden am 13. Juni von 18:00 bis 19:00 in unserem Forum Gemeinsam statt allein Fragen von Gästen und Nutzern beantworten (d.h. Fragen werden bis maximal 19:00 angenommen). Moderiert wird das Ganze von Mitgliedern unseres Forenteams um einen fairen Austausch zu gewährleisten, falls es zu aggressiven Posts/Beschimpfungen/Zynismus kommen sollte.

Dann sei einmal erneut auf den Prevention Podcast von Candice Christiansen hingewiesen, der am 5. Januar hier bereits Thema war. Damals ging es um die allererste Ausgabe dieses Podcasts, mittlerweile ist die Zahl der Ausgaben beträchtlich gewachsen und es wurden viele nicht-übergriffige Pädophile interviewt und vorgestellt, darunter Emma, Ender und Todd Nickerson. Eine Besonderheit dieser Reihe liegt darin, dass sie schon mehrfach weibliche Pädophile zu Wort kommen ließ, was hoffentlich entgegen den meisten Präsentationen in den Medien auch diese Seite bekannter macht. Auch von unserer Seite mal ganz deutlich: An all die Frauen da draußen, die dieselben Gefühle kennen gegenüber Kindern: Ihr seid nicht allein, weder unter Frauen noch was uns angeht!

 

Update zur Verleumdungskampagne

31. Mai 2018: Im Forum hat Max mittlerweile eine Chronik der Angriffe erstellt, die für eingeloggte Nutzer unter https://forum.schicksal-und-herausforderung.de/viewtopic.php?t=1277 nachlesbar ist (wird noch ergänzt). Sie geht auf Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Angriffe ein und kann anderen Opfer vergleichbarer Angriffe oder Drohungen helfen diese zu identifizieren. Damit es zu keinen Missverständnissen kommt: es ist bei Weitem nicht klar woher alle diese Angriffe kommen und wir behaupten nicht, dass sie alle von einer oder zwei gleichen Personen stammen, aber bei einigen kann man aufgrund des Inhalts relativ einfach eindeutige Schlussfolgerungen ziehen, während andere mittlerweile in Mails offen zugegeben wurden. Was klar ist: mindestens inhaltlich liefern mehrere Mitglieder des Forums jungs.wtf Stoff für die Angriffe. Wer außerdem beteiligt sein mag ist uns bisher nicht bekannt. Im Falle von strafbaren Handlungen gegen uns und den Regenbogenwald e.V. (mindestens zwei sind bisher erfolgt) prüfen wir natürlich auch ab rechtliche Schritte vorzunehmen.

Derzeit wird weiter auf Twitter gestänkert: Mit den gleichen Verleumdungen aus den letzten Angriffen und Drohungen wendet sich @keinopfer an die Öffentlichkeit und diffamiert Kein Täter werden sowie SuH aufs Übelste. Hier der Link: https://twitter.com/KeinOpfer/status/1001813932632412160. Wir bitten unsere Leser sich nicht irritieren zu lassen (mal ganz ehrlich: welche privaten Daten kriegen wir denn von all den anonymen Leuten, die uns anschreiben?) und uns zu helfen, indem sie solche Äußerungen und/oder die entsprechenden Nutzer auf der jeweiligen Plattform melden und uns Links schicken, wo weiter verleumdet wird.

 

Verleumdungskampagne gegen SuH und KTW

13. Mai 2018: Unter anderem im Jungsforum wird derzeit (seit dem März) vonseiten mehrerer Individuen (die auch bei jungs.wtf aktiv sind) eine persönliche Hasskampagne gegen SuH, GSA und Kein Täter werden geführt. Wir bitten darum sich von deren Behauptungen nicht irritieren zu lassen. Sie stellen teils vage persönliche Vermutungen als Tatsachen dar (etwa bezüglich einer von ihnen erdachten Teilnahme von Teammitgliedern von SuH an der letzten Pressekonferenz von KTW – zu der wir weder eingeladen wurden noch teilgenommen haben) und ziehen unsere Arbeit und die von KTW in den Dreck. Es gab auch im Hintergrund noch weitere teilweise technisch recht versiert ausgeführte Angriffe und Drohungen (teils Morddrohungen), vermutlich von denselben Akteuren, die wirkunglos verpufft sind. Inhaltlich verwandte Projekte und Blogs ermuntern wir aufzupassen und sich nicht von solchen Angriffen beirren zu lassen, denn es wurden auch schon andere angegriffen, etwa Peter Philes Blog „Ich liebe Kinder, na und?“.

Eine Methode ist es dabei, auf den ersten Blick offiziell wirkende E-Mails mit Drohungen zu verschicken, etwa dass demnächst juristische Konsequenzen wegen Verfehlungen in datenschutzrechtlicher Hinsicht anstehen würden. Auf den zweiten Blick ist jedoch zu erkennen, dass die Mails teilweise nicht von den Adressen kommen, die als Absender angegeben sind, bzw. deren IP-Adressen zu TOR-Exit-Nodes führen. Auch kommen Antworten an diese Adressen bisher meist als unzustellbar zurück, sodass es sich nicht einmal lohnt eine Antwort zu verfassen. Seit auf der Hut Leute!

 

Zwei neue Spots und eine neue Webseite von Kein Täter werden

27. April 2018: Bei der Pressekonferenz am Mittwoch wurden auch zwei neue Werbespots veröffentlicht (https://youtu.be/Ep5Wd4g9jVw und https://youtu.be/vWPRHwy-6kE), die mehr auf die Aspekte Liebe und Anziehung eingehen als bisherige Spots des Netzwerks. Jens Wagner sagt dazu: „Sie enden bewusst nicht auf kein-taeter-werden.de, weil wir ernst nehmen, dass sich viele Pädophile vom Namen ‚Kein Täter werden‘ stigmatisiert fühlen.“ Die Spots laufen seit Mittwoch im YouTube-Kanal von KTW sowie in Sozialen Medien, und bundesweit werden sie von einigen Kinos und TV-Sendern gezeigt.

Weiter präsentieren diese Videos die neue Webseite des Netzwerks, die ebenfalls bewusst eher die Liebesgefühle als Angst vor Täterschaft anzusprechen. Das beginnt im Titel bzw der URL here2help.de und geht im Inhalt der Seite weiter, die bis hin zur Wortwahl vermeidet, diese Schiene als zentrales Element darzustellen. Stattdessen wird auf Empfindungen, soziale Interaktion und persönliche Sorgen eingegangen.

 

Pressekonferenz von Kein Täter werden in Berlin: ZDF, RBB und RTL berichten mit Interviews vom Team

25. April 2018: Heute Vormittag fand in Berlin eine Pressekonferenz zu den neuesten Infos und Ergebnisse zum Präventionsnetzwerk statt. Dabei wurden Ergebnisse der letzten Nachuntersuchungen veröffentlicht und einige Neuerungen besprochen (unter anderem die Übernahme der Finanzierung durch das Gesundheitssystem). An den Berichten dreier Medien waren mitglieder des Teams beteiligt: Caspar Ibichei sprach mit RTL und gab alte Aufnahmen für das morgige Morgenmagazin auf ZDF frei und Max wurde von einem Vertreter des RBB interviewt für die heutige RBB Abendschau:

Nachtrag: Oben wurde ein weiterer Presseberichte von RTL II hinzugefügt. Als Fazit müssen wir sagen hat diesmal RTL besser gearbeitet als der RBB, der in seinen Fragen und dem letztendlichen Beitrag echt nur auf Täterschaft, Gefährlichkeit und Seelenheil dank Therapie setzte. Einzig das ZDF Morgenmagazin berichtete ausführlicher auch mit einem kurzen Studio-Interview mit Anna Konrad vom Berliner Standort des Netzwerks.

 

Interview anlässlich des Staufener Missbrauchsfalls bei chilli

20. April 2018: Angesichts der in verschiedenen Medien verbreiteten Meldungen von einem „Pädophilenring“ hat sich Till Neumann für das Freiburger Stadt-magazin Chilli in zwei Artikeln der Situation tatsächlich Pädophiler gewidmet. Der eine Artikel geht direkt auf den unsinnigen Begriff „Pädophilenring“ und die zugrundeliegende Stigmatisierung ein und basiert auf Interviews mit Max und einem Mitglied des Forums, Daniel (a.k.a. Peter Phile), dessen Blog am ersten April bereits vorgestellt hatten. Der stellt Marc Graf als Direktor und Chefarzt der Forensisch-Psychiatrischen Klinik der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel und seine Haltung zu diesem Thema vor. Was die Stigmatisierung angeht und im wesentlichen auch bei Therapien („Jeder Aufwand lohnt sich für die Freiheitsgrade, die man durch eine Therapie bekommt.“) stimmt er mit uns überein – bis auf den unsäglichen Vergleich mit Alkoholikern. Auch lässt ich der Experte leider zu einem Fernurteil hinreißen, das wir nicht unterstützen können. Unsere Haltung ist zwar, dass intensiver Kontakt zu Kindern gut (vom Einzelnen) durchdacht sein sollte und wir Pädophilen, die echt Probleme mit der Impulskontrolle haben, dringend davon abraten würden, aber die Vergleiche des Spiels mit dem Feuer halten wir für ähnlich stigmatisierend wie andere Pauschalurteile, die gerade in diesen Artikeln verurteilt werden.

Zwei Pädophile erzählen von Kinderliebe, Stigmatisierung und fehlender Hilfe

„Extrem stigmatisiert“: Basler Psychiater Marc Graf über Pädophilie

 

Neuerungen beim Forum

16. April 2018: Am Mittwochabend der vergangenen Woche (11.4.) hat sich das Team des Forums zusammengesetzt, um die aktuelle Situation sowie Anregungen und Kritik unserer Nutzer zu besprechen. Hier eine Bekanntmachung dazu:

Als erstes Ergebnis gibt es jetzt schon die Möglichkeit uns Ende-zu-Ende-verschlüsselte E-Mails an die E-Mailadresse des Forenteams zu schreiben. Der öffentliche Schlüssel ist ab sofort im Kontaktformular des Forums zu finden. Die weiteren SuH-Accounts werden folgen.

Weiter haben wir uns mit dem Problem persönlicher Fehden auseinandergesetzt, die in den letzten Wochen im Forum vermehrt störend auftraten. Wir werden so etwas nicht länger dulden und die Moderation insgesamt verstärken, denn unserer Ansicht nach ist das dem Zwecke unseres Forums diametral entgegengesetzt und macht unser Forum für andere Nutzer*innen nutzlos, welche tatsächlich vorrangig auf Hilfe aus sind. Die eindringliche Bitte an die gesamte Nutzerschaft hier: macht bitte mit und klärt eure privaten Differenzen außerhalb des Forums, wenn sie denn so wichtig sind, dass man sie nicht auch einfach wegstecken kann. Allgemein erinnern wir eindringlich alle Nutzer*innen des Forums an die Hinweise unter „Konfliktmanagement“, die zwar außerhalb der Regeln stehen aber als Grundsätze im Forum ebenso gelten! Und an jene Nutzer und Nutzerinnen, die uns deswegen angesprochen hatten: wir entschuldigen uns bei euch, dass wir dass eine zeitlang haben durchgehen lassen.

Das gleiche gilt für Regel 12. Wir freuen uns über konstruktive Kritik und Vorschläge. Doch Fragen und Diskussionen rund um die Moderation werden im Forum ab jetzt wirklich nicht mehr zugelassen. Dafür gibt es E-Mails und das Kontaktformular, wenn man etwas los werden oder nachfragen muss.

Vor demselben Hintergrund wird es demnächst eine kleine Umstrukturierung im Forum geben. Es soll ein besonders geschützter Bereich geschaffen werden, der insbesondere der geschützten Hilfe zur Selbsthilfe gewidmet sein und voraussichtlich zwei Subforen umschließen wird. Um das zu realisieren gelten dort zusätzliche Regeln, um Mitgliedern mehr Raum zu geben, denen der rauere Ton mancher Zeitgenossen unser Forum bisher bitter macht. Dieser Bereich wird für alle einsehbar sein, aber es werden dort insbesondere keine Anfeindungen und bloße Wortgefechte zugelassen werden.

Da angesprochen wurde, unser Verhalten sei zu intransparent, wenn wir auf dreistes Verhalten Einzelner reagieren, haben wir uns entschlossen, das wie folgt zu handhaben: Vor dem Aussprechen von Verweisen werden wir in Zukunft in der Regel zuerst zweimal „Hinweise“ auf inakzeptables Verhalten per PN geben. Setzt die Person das angemahnte Verhalten fort, werden bis zu 2 Verweise erteilt. Zu Verweisen können auch Sanktionen dazukommen wie eine vorübergehende Sperre oder Rücksetzung auf Moderation. Setzt sich das problematische Verhalten dennoch fort, werden wir sperren.

Weiter werden wir einen BBcode für Spoiler einführen. Da diese Funktion Javascript benutzt, werden wir sie so einrichten, dass jemand, der Javascript im Browser deaktiviert hat, den verborgenen Text direkt sehen wird, damit es für diese Nutzer zu keiner Funktionseinschränkung des Forums kommt.

Soweit dazu. Wir hoffen, das erhöht für euch die Transparenz, und die Neuerungen werden zu einem guten Gesprächsklima in Gemeinsam statt allein beitragen.

 

AMA bei Jodel / Serverprobleme / Erster Jahrestag von GSA

10. April 2018: Auf der Plattform Jodel hat sich ein Patient von Kein Täter werden den Fragen dieser Community in einem AMA (kurz für „ask me anything“, zu deutsch etwa „frag mich was du willst“) gestellt. Das ganze ist hier nachzulesen: https://jodel.com/stories/keintaeterwerden/. Er beschreibt dass er seit 2016, also mindestens ein und ein Vierteljahr, in Therapie sei, kleine aber stetige Fortschritte mache, seine Neigung bisher aber noch nicht akzeptieren könne. Auch habe er sehr positive Erfahrungen im direkten Kontakt mit Kindern gesammelt. Alles weitere ist auf Jodel nachzulesen.

Wer sich am Sonntag gewundert hat, da gab es technische Probleme beim Serverprovider des Forums. Das Forum war deshalb zeitweise ausgefallen. Mittlerweile sind diese Probleme laut Provider behoben und es läuft alles wieder rund.

Außerdem hatte unser Forum Gemeinsam statt allein am Wochenende seinen ersten Jahrestag. Am 7. April 2017 war die Beta-Phase gestartet und seither wird dort fleißig diskutiert. Es sind 111 Nutzer registriert von denen allerdings nur maximal ein Viertel jeweils zur gleichen Zeit aktiv war/ist. In der Anzahl der Themen nähern wir uns der 1000. Als Team haben wir viel gelernt und sind fortwährend dabei zu schauen wie wir eine produktive Atmosphäre für die Selbsthilfe aufrechterhalten können, was sich als äußerst schwer und komplex erwiesen hat. Denn, so scheint es jedenfalls, der Deutsche diskutiert halt gerne zu JEDER Zeit über ALLES sehr HEFTIG. Einerseits ist das Forum zum diskutieren da, aber es ist manchmal schwer die Grenze zu ziehen wo aus Diskussion Streit wird, der wiederum die Selbsthilfe erschwert. Daran arbeiten wir. Wir haben Angriffe unterschiedlicher Art überlebt und interessante neue Leute kennengelernt. Bereits einigen konnte das Forum helfen Mut zu fassen und ein Nutzer hat etwa sogar ein Blog angefangen um über seine Gedanken zu schreiben. Vielen vielen Dank an dieser Stelle einmal an unser tolles Forenteam bestehend aus Caspar, Frank, Leon, Mano, Max, Naches und Sirius sowie den Wegbegleitern, die geholfen haben das Forum aus der Taufe zu heben! Danke, dass ihr da seid, und danke, dass ihr mit uns sowohl durchhaltet als auch die Freude teilt, die Pädophilen-Selbsthilfe voranzubringen.

 

Pädophiler Mob demonstriert gegen Heterosexuellen

1. April 2018: Dramatische Ereignisse spielten sich letzte Woche im kleinen Städtchen Pervdorf ab: nach einem Fast-Übergriff eines Hetero auf eine Frau formierte sich eine Gruppe Pädophiler um ihn aus dem Ort zu vertreiben. mehr dazu berichtet Peter Phile in seinem heutigen Blogeintrag.

 

Feature im Deutschlandfunk „Unter Kontrolle – Wie Pädophile mit ihrer Neigung leben“

5. März 2018: Morgen, am 6.3.2018, um 19:15 Uhr wird im Deutschlandfunk das Feature „Unter Kontrolle – Wie Pädophile mit ihrer Neigung leben“ von Philine Sauvageot gesendet. Darin werden drei pädophile Männer, drei Freunde/Angehörige und einige Fachleute interviewt. Darunter Christoph Ahlers und Till Amelung. Die Zusammenfassung hier:

Etwa ein Prozent aller Männer sollen pädophile Neigungen haben. Pädophile, die für sich in Anspruch nehmen, keine Kinder zu missbrauchen und keine Kinderpornographie zu benutzen, nennen sich Non-Offender. Sie leben in dem Bewusstsein, ihre sexuelle Präferenz nie ausleben zu können.
Mehrere Deutsche Kliniken bieten Therapien unter dem Motto "Kein Täter werden" an. Pädophile lernen dort Verhaltensstrategien, die ihnen helfen in schwierigen Situationen die Kontrolle zu behalten. Alle Teilnehmer, die vorher keinen sexuellen Kindesmissbrauch begangen hatten, wurden auch danach nicht übergriffig.
„Werde ich je ein normales Leben führen, trotz meiner Neigung?” - Das Feature nähert sich einer Szene, in der Selbstzweifel herrschen, in der Menschen nach einem Weg suchen, um ihre Liebe zu Kindern nicht auszuleben. Drei pädophile Männer erzählen, welchen Weg sie gefunden haben.

Hier geht es zum Beitrag bei Deutschlandfunk.de. Dort sollte das Feature nach der Ausstrahlung auch herunterzuladen sein. Außerdem ist der Beitrag schon jetzt zu hören in Philines Blog „Phinyl“ unter https://phinyl.wordpress.com/2017/06/19/wie-paedophile-mit-ihrer-neigung-leben/ inklusive Manuskript zum mitlesen.

Nachtrag: Zur Diskussion dieses Beitrags im Forum geht es hier entlang und Max' persönliche Einschätzung des Beitrags ist hier nachzulesen.

 

Wegen Überfüllung geschlossen

15. Februar 2018: Kein Witz, wir sahen uns heute gezwungen die Registrierungsfunktion von GSA vorrübergehend abzuschalten. Das Problem ist, dass wir seit gestern einen riesigen Andrang von hunderten neuregistrierten Nutzern erleben, die zu 97% offensichtlich keinerlei Interesse an unserem Forum oder Selbsthilfe haben ihrem Verhalten nach zu urteilen. Dafür ist unser Sicherheitssystem ja da: Daran, dass man eine funktionierende E-Mailadresse angeben muss zur Aktivierung des Accounts, hapert es bei den meisten und an einem sinnvollen Registrierungsgrund, der aus mehr als Buchstabenkauderwelsch besteht, bei ebensovielen. Leider gibt es keine Möglichkeit Spreu von Weizen zu trennen ohne all diese über 100 Accounts einzeln durchzusehen und (zumeist) zu löschen oder (seltener) freizuschalten. Das frisst so viel unserer Kapazitäten im Team weg, dass wir uns entschlossen haben zunächst für voraussichtlich drei Tage dichtzumachen.

Wer sich derweil dennoch registrieren möchte kann sich mit denselben Daten, wie sie die normale Registrierung erfordern würde (gewünschter Nutzername, Grund für die Registrierung bzw. was man sich vom Forum erhofft, gültige E-Mailadresse) auch per E-Mail an das Team des Forums wenden (forum@…) und wir registrieren sie dann quasi manuell.

 

Siebentes FAQ-Video von KTW veröffentlicht

10. Februar 2018: Die zweite Serie von FAQ-Videos des Netzwerks "Kein Täter werden" neigt sich dem Ende zu. Das 7. Video widmet sich einer Frage die mich (Max) echt den Kopf schütteln lässt denn selbst juristische Instanzen müssen sich offenbar oft sagen lassen "Wer lesen kann ist klar im Vorteil": es gab offenbar wiederholt Fälle wo die Therapie bei KTW ausdrücklich alsBewährungsauflage oder ähnliches von Gerichten verordnet wurde obwohl das Netzwerk in jedem zweiten Satz seiner Online-Präsentation und in Artikeln klar macht, dass laufende Verfahren oder Strafen Ausschlusskriterien für deren Therapie sind.

 

Untätige Nutzerkonten im Forum: Bitte meldet uns technische Probleme zurück

27. Januar 2018: Wir haben in den letzten paar Wochen auffallend viele neue Registrierungen bei Gemeinsam statt allein verzeichnet, die in ihrem Registrierungsgrund sehr motiviert rüberkamen und auf die wir uns gefreut haben, die dann aber

  • nie ihre Nutzerkonten aktiviert,
  • sich nie wieder eingeloggt
  • oder nie gepostet und sich nicht vorgestellt haben.

Eine ganze Anzahl hatte Mailaccounts bei GMX angegeben, womöglich macht dieser Anbieter Schwierigkeiten.

Bitte lasst euch nicht von womöglich technischen Problemen abschrecken und wendet euch doch an uns. Wir versuchen dann sie mit euch zusammen zu klären.

Der Thread für solche Meldungen ist hier im öffentlichen Bereich (sodass ihr auch uneingeloggt schreiben könnt): https://forum.schicksal-und-herausforderung.de/viewtopic.php?f=12&t=223
Und auch über den Kontaktbutton unten im Forum oder per Email erreicht ihr uns.

 

Goldener Pädobär 2018

25. Januar 2018: Mitglieder unseres Forums „Gemeinsam statt allein“ haben sich zusammengesetzt und beschlossen, die Idee des Golden Pedobear Award, den Simgiran 2015/16 für den englischsprachigen Raum organisiert hatte, nach Deutschland zu holen (siehe unser Archiv, Meldung vom 5.5.2016 und dies hier). Besser gesagt: in den deutschsprachigen Raum. Sirius, Daniel und Max haben die Idee konkretisiert und nun angekündigt. Es werden bis Jahresende Nominierungen für den Goldenen Pädobären 2018 gesammelt und 2019 erfolgt die Preisverleihung. Mehr dazu lesen Sie in unserem Forum unter: https://forum.schicksal-und-herausforderung.de/viewtopic.php?f=12&t=936.

Kurz gesagt geht es um Punkt 1 des deutschen Pressekodex: „Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.“ Allein darauf aufbauend lässt sich verlangen, dass Pädophile nicht mehr mit Tätern sexuellen Missbrauchs in einen Topf geworfen werden. Doch nicht einmal das ist bisher erreicht, wenn auch im deutschsprachigen Raum die Medien unseren Erfahrungen nach im Durchschnitt schon wesentlich bewusster mit diesem Thema umgehen als die englischsprachigen.

Das wollen wir anprangern, und darauf wollen wir aufmerksam machen.

Nominieren kann JEDER und JEDE im öffentlichen Bereich des Forums (oben verlinkt ist gerade der Nominierungsthread) und es gibt ein paar Kriterien, die helfen einzugrenzen auf was für Artikel und Berichte der Preis ausgerichtet ist. Über rege Teilnahme und Verbreitung dieser Meldung würden wir uns sehr freuen.

 

Offener Brief an Twitter

12. Januar 2018: Es wurde vom Anwalt Jeremy Malcolm ein offener Brief an Twitter verfasst und von einer ganzen Anzahl prominenter Fachleute unterzeichnet um das Unternehmen aufzufordern, die Accounts von Ender Wiggin und Simgiran wiederherzustellen. Sie waren im Dezember 2017 dauerhaft gesperrt worden. Die Links unten behandeln alles sehr ausführlich und sind durchweg auf englisch. Hier die ganze Geschichte zusammengefasst auf deutsch:

Mitte Dezember begann eine seltsame Aktion gegen einige unserer englischsprachigen Kollegen, die auf Twitter unterwegs sind. Zwei unglaublich verleumderische Artikel wurden in der SUN (sun.com) und auf Dangerous.com veröffentlicht. Zwei Medien, die nicht gerade für guten Journalismus bekannt sind. In der SUN wurden Twitternutzer, die sich als „Virtuous Pedophiles“ oder „non-offending pedophiles“ bezeichnen, grundlos unterstellt mit Comicfiguren als Profilbildern Kinder ansprechen zu wollen. Ungeachtet dessen, dass sie sich ausdrücklich gegen sexuelle Kontakte zu Kindern aussprachen und keinerlei solche Aktionen nachgewiesen wurden. Der Artikel ist auffällig gespickt mit abfälligen Begriffen und aus der Luft gegriffenen Unterstellungen. Es ist etwa betont von „Perversen“ und „krankem Verlangen“ die Rede, statt neutrale treffende Begriffe zu benutzen. Zudem seien Politiker mit dieser verdrehten Darstellung konfrontiert und um Kommentare gebeten worden. Das Ergebnis: kurzsichtige Forderungen an Twitter diese Accounts zu schließen.

Dangerous.com ging noch einen Schritt weiter und bezog sich auf eine angebliche Audeckung der Identität von von Ender Wiggin (enderphile bei Twitter und medium.com). Er wurde dort mit einem anderen Pädophilen in einen Topf geworfen, dessen Klardaten schon früher aufgedeckt wurden (auf der Basis, dass beide pädophil sind, sich als katholisch präsentieren und sich gern auf die Werke von Orson Scott Card (Autor von „Ender's Game“) beziehen). Dieser zweite Pädophile Twitter-Nutzer sei kürzlich für sexuelle Handlungen mit mehreren Kindern festgenommen worden. Der Artikel stellt es so dar als sei eine Ikone der angeblich nicht-übergriffigen Pädophilen jetzt wegen Kindesmissbrauchs festgenommen worden und Freunde/Trittbrettfahrer würden zum Schein den Account von Ender weiter am Leben erhalten. Dieser Zusammenhang auf dem das alles basiert war schon lange vorher wiederlegt worden und dieser zweite Artikel kann somit nur als eine böswillige absichtliche Verleumdung von Ender angesehen werden.

Wenig später hat Twitter reagiert und in einer Aktion, in der auch Accounts von Neo-Nazis gesperrt wurden, Ender und Simgiran (Šimon Falko) gesperrt. Das ist nicht das erste Mal dass ihre Accounts aufgrund massiver Anfeindungen und nicht aufgrund ihres Inhalts gesperrt wurden. Jeremy Malcolm, seines Zeichens Anwalt und „digital rights advocate“, hat sich der Sache angenommen und einen offenen Brief an Twitter verfasst und um Unterzeichnung durch Psychologen, Journalisten und andere gebeten, von denen anzunehmen ist, dass Twitter deren Unterstützung anerkennen würde. Unterschrieben haben unter anderem Prof. Klaus Beier von KTW, Dr. James Cantor aus Kanada, Dr. Sarah Goode aus Großbritannien und Candice Christiansen, die Autorin des Podcasts, über den wir am 5.1. an dieser Stelle berichteten.

Die Links dazu:

Sozusagen noch oben drauf hat Ender nun eine Anzeige bekommen. Twitter informierte ihn darüber, dass die britische Polizei die Daten seines Accounts, IP-Adressen etc angefordert habe. Dabei lebt er gar nicht in Großbritannien. In dem Schreiben der Polizei (siehe Jeremy Malcolms zweiten Artikel) werden fadenscheinige Gründe für die Anforderung der Daten genannt: Erstens wird ihm eine Äußerung eines anderen Twitter-Nutzers zugeschrieben, die Ender nur zitiert hatte, und zweitens wird argumentiert, bei einem Pädophilen, der sich mit Kindern umgebe wird sicher auch etwas Schmutzwäsche zu finden sein. Darauf basiert die ganze Anzeige: Auf der Annahme, ein Pädophiler könne ja nur dann etwas mit Kindern zutun haben, wenn er sie auch missbraucht. Dabei wird vonseiten der Polizei sehr klar gemacht, dass es keinerlei Anzeichen für eine begangene Starftat gibt und die Nachforschungen nur darauf basierten, dass man mehr vermute und finden wolle. Es bleibt abzuwarten inwieweit es Ender gelingt jetzt auch noch diesen zusätzlichen amtlichen Irrsinn abzuwehren. Wie sich Twitter dazu verhält ist aktuell noch unbekannt, da Ender zwar Auskunft über diese Anforderung erhalten habe jedoch nicht darüber, ob Twitter dieser windigen Anfrage nachzukommen gedenkt.

Wer in den sozialen Medien unterwegs ist und auf diese unsägliche Geschichte, vor allem aber auf den offenen Brief an Twitter, aufmerksam machen kann, der helfe bitte mit!

 

Server vom Forum = down

8. Januar 2018: Gerade eben, kurz nach 22:00 ist der Server mit unserem Forum drauf für Wartungsarbeiten vom Rechenzentrum abgeschaltet worden. Die Arbeiten laufen laut deren Webseite seit heute 10:00 und sollen maximal bis zum 11.1.2018 abgeschlossen sein. Wir gehen davon aus, dass sie Server für Server durchgehen und unserer deutlich früher schon wieder verfügbar sein wird. Unser Server-Admin Leon bleibt auf dem Laufenden und wird das Forum neu starten, sobald der Server wieder verfügbar ist. Falls das Forum in der Zwischenzeit wieder läuft kann es dennoch bis zum 11.1. wiederholt zu weiteren Störungen kommen.

 

Interview mit „Emma“ bei The Prevention Podcast

5. Januar 2018: Zu Beginn des neuen Jahres wurde eine neue englischsprachige Podcast-Reihe von Candice Christiansen begonnen. Ihr Ziel ist dabei klarzumachen, dass sexueller Missbrauch nur dann wirksam gestoppt werden kann, wenn es Primärprävention gibt und all die verwandten Themen enttabuisiert bzw. entstigmatisiert werden. Ihre Reihe beginnt sie passend mit einem Interview mit Emma Artless (aka Lyrabella bei VirPed), einer pädophilen US-amerikanischen Aktivistin, die auch auf medium.com zum Thema schreibt.

Hier geht es zu dem circa halbstündigen Podcast.  

 

 

 

 

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Weihnachtsgrüße und guter Rutsch

23. Dezember 2017: Wieder einmal haben wir ein Jahr fast geschafft. Wir wünschen allen Lesern eine schöne, besinnliche Weihnachtszeit. Und macht Euch nicht zu viel Stress, das friedliche Beisammensein ist doch das Wichtigste.

Und dann, nach einer kurzen Verschnaufpause, wünschen wir allen einen guten Rutsch und ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2018. 

 

Ein Pädophiler als Erzieher – Grund genug für einen Artikel der Huffpost.de

16. November 2017: Unter http://www.huffingtonpost.de/2017/11/15/erzieher-kinder-beichte-arbeit-padophilie_n_18563340.html wurde gestern ein Artikel über einen Reddit-Nutzer veröffentlicht, der dieser Tage ein AMA (kurz für „ask me anything“, englisch für „frag mich irgendwas“) veranstaltet hat. Er stellte sich dort als pädophiler Pädagoge vor und wurde wie zu erwarten unterschiedlich von den übrigen Nutzern aufgenommen. Das AMA ist hier zu finden: https://www.reddit.com/r/de_IAmA/comments/79553l/ama_ich_bin_p%C3%A4dophil_und_arbeite_beruflich_mit/.

 

Neue Zahlen von Kein Täter werden

12. Oktober 2017: Das Präventionsnetzwerk Kein Täter werden hat gerade neue Zahlen ihrer Statistik veröffentlicht. Nachzulesen hier. Demnach haben sich bis Ende September fast 8500 Menschen für Beratung und Diagnostik an das Netzwerk gewandt. (Letzte Zahlen zur Teilnahme von Frauen an Diagnostik und Therapie: siehe die Meldung vom 29. April 2017)

 

Deutschlandfunk Kultur + Schweizer „Pädophilen-Initiative“ Zweiter Teil

6. Oktober 2017: Aus unserer Zusammenarbeit mit Dorothea Brummerloh in den vergangenen Monaten ist ein Radio-Beitrag für Deutschlandfunk Kultur geworden. Er soll am kommenden Montag, dem 09. Oktober 2017, um 19:30 Uhr im Rahmen von „Zeitfragen. Feature“ gesendet werden. Der Titel ist „Stigmatisierung ist kein Ausweg – Über den Umgang mit Pädophilie“. Live wird die halbstündige Sendung im Livestream etwa hier zu hören sein und nachhören wird man sie unter http://www.deutschlandfunkkultur.de/audio-archiv.517.de.html?drau:broadcast_id=211 können. Interviewt wurden unter anderem mehrere pädophile Menschen.

Nachtrag: ein praktischerer Link zum Nachhören und Nachlesen ist jetzt hier verfügbar: http://www.deutschlandfunkkultur.de/ueber-den-umgang-mit-paedophilie-stigmatisierung-ist-kein.976.de.html?dram:article_id=397760.

Zweites Thema des Tages: Um gegen die Gleichstellung von Pädophilen und Kindesmissbrauchstätern in den Medien vorzugehen haben einige Mitglieder unseres Forums „Gemeinsam statt allein“ eine Textvorlage zum Verschicken an Journalisten und Autoren problematischer Medienberichte entworfen. Das Ziel ist es, Journalisten auf die falsche Verwendung des Begriffs „pädophil“ in ihren Texten hinzuweisen und sie für das Thema zu sensibilisieren, sodass in zukünftigen Medienberichten deutlicher zwischen der pädophilen Neigung und den pädokriminellen Straftaten differenziert wird.

Wir rufen jeden, dem ein problematischer Medienbericht auffällt, dazu auf, den Autor des Berichts zu kontaktieren und auf die korrekte Verwendung der Begriffe hinzuweisen. Um das zu vereinfachen bieten wir die folgende unverbindliche Textvorlage an, die natürlich noch nach eigenem Ermessen angepasst werden kann:

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<<ANREDE>>

hiermit möchte ich Sie auf eine falsche Verwendung des Begriffs „Pädophil“ in diesem Artikel hinweisen: <<ARTIKEL_URL>>

Unter Pädophilie versteht man das primäre sexuelle Interesse an vorpubertären Kindern (siehe auch Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dophilie). Damit ist also erst einmal nur eine sexuelle Neigung gemeint und vor allem keine Handlung oder Straftat.

In dem erwähnten Artikel machen Sie leider einen weit verbreiteten Fehler, indem Sie Pädophile mit Kindesmissbrauchstätern gleichstellen. Diese beiden Begriffe sind aber keineswegs identisch. Leider gibt es sexuellen Missbrauch an Kindern auch durch Pädophile. Doch Statistiken belegen, dass die meisten Sexualdelikte an Kindern nicht durch pädophil empfindende Menschen begangen werden, sondern durch nicht-pädophile Menschen (so genannte Ersatzhandlungstäter). Diese Täter fühlen sich also nicht sexuell zu Kindern hingezogen. Stattdessen geht es ihnen z.B. um das Ausüben von Macht über einen schwächeren Menschen. Durch die Gleichstellung von Pädophilen und Kindesmissbrauchstätern diffamieren Sie zu Unrecht sehr viele pädophile Menschen, die sich gegen das Ausleben ihrer Neigung entschieden haben und einem Kind niemals Leid zufügen würden.

Die Gleichstellung von Pädophilen mit Missbrauchstätern ist auch aus anderen Gründen problematisch. Sie fördert die gesellschaftliche Stigmatisierung pädophiler Menschen, was zu großem Leidensdruck führen kann. Die Folge ist, dass pädophil empfindende Menschen oft mit ihrer Neigung alleine bleiben, sich niemandem anvertrauen und oftmals nicht in der Lage sind, sich professionelle Hilfe zu suchen. Was könnte aber Kinder besser schützen, als Menschen, die gesellschaftlich akzeptiert und integriert sind? Menschen, die unter anderem durch die gesellschaftliche Akzeptanz bestärkt werden, sich im Zweifel Hilfe zu suchen und bewusst auf das Ausleben ihrer Sexualität zu verzichten?

Aus diesem Grund ist es wichtig, zwischen Pädophilie und Missbrauchstaten zu differenzieren und zwar gerade in Veröffentlichungen, die Einfluss auf die Meinungsbilder vieler Menschen haben können.

<<UNTERSCHRIFT>>

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Konkreter Anlass für diese Idee ist die aktuelle Berichterstattung über eine Schweizer Initiative „Pädophile sollen nicht mehr mit Kindern arbeiten dürfen“, nach der wegen Sexualdelikten an Kindern verurteilte Personen der berufliche Umgang mit Minderjährigen lebenslang untersagt werden soll. SuH berichtete 2014 ausführlich über diese unsägliche Kampagne, die offensichtlich rein populistischer Natur war (siehe auch die Meldung vom 14.5.2014 in unserem Archiv). Nun wurde der Volksentscheid in ein Gesetz umgesetzt und viele Medien wiederholen in ihren aktuellen Berichten darüber die gleichen Diffamierungen: Obwohl es bei der Initiative klar um Straftäter geht wurde sie in den Schweizer Medien durchgehend als „Pädophilen-Initiative“ bezeichnet. Häufig wurde auch fälschlicherweise von einem „Berufsverbot für Pädophile“ gesprochen. Derartige Gleichstellungen, gerade wenn sie wiederholt in einflussreichen Medien vorkommen, stärken die bereits herrschenden Vorurteile pädophilen Menschen gegenüber und ihre Stigmatisierung. Dagegen denken wir, sollten wir mit Information, Beanstandung von schlechtem Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit angehen, was zu den zentralen Zielen von SuH gehört: Informieren und der Stigmatisierung entgegenwirken.

Weitere Informationen und Diskussionen zu der Initiative sowie Hinweise und Links zu problematischen Artikeln finden Sie im öffentlich einsehbaren Bereich des Forums unter https://forum.schicksal-und-herausforderung.de/viewtopic.php?t=736.

 

  

 

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aktualisiert: 21.10.2018